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Killerspiele: Neue Studie, altes Problem - Wir berichten

Neue Studie, neues Glück. Nach diesem Motto stürzen sich die Medien auf jede Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Intuition zum Thema Killerspiele. Wie unterschiedlich die darauf folgende Berichterstattung ausfallen kann, lässt sich an einem aktuellen Beispiel zeigen. Den Kopf ins Rollen, pardon, den Stein natürlich, brachte die Universität Tübingen. Bereits im Mai veröffentlichte die Fakultät Medienwissenschaften eine Studie, mit dem Thema "Gewalt in Medien und jugendliche Gewaltbereitschaft". Quintessenz: Gewalt in Medien ist nicht förderlich für 12-14 Jährige. Die Fachwelt war erstaunt. Der gesamte Text war etwas umfangreicher, die Aussage im erst jetzt veröffentlichten Pressetext vom 25.08, las sich wie folgt:

"Die Auswertungen ließen einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Horror- und Gewaltfilmen in frühen Jahren und in der Pubertät erkennen. Die Bereitschaft zur Gewalt stieg über die Jahre mit zunehmendem Konsum von medialer Gewalt. Die größte Gefahr liegt nach der Studie in der Nutzung von Computergewaltspielen. Pädagogische Maßnahmen genügen nach Meinung der Wissenschaftler nicht, um den Konsum gewalthaltiger Medienprodukte zu reduzieren. Deshalb sei auf politischer Ebene ein Verbot von extrem gewalthaltigen Video- und Computerspielen einzufordern."

Ein eher negatives Ergebnis, jedenfalls für alle Eltern, die im Verein "Killerspiele statt Babysitter" organisiert sind. Dementsprechend titelte "Heise.de" auch am 26.08. folgerichtig: "Wissenschaftler fordern Verbot von extrem gewalthaltigen Videospielen". Die Aussage der Studie scheint klar, da gab es nichts hineinzudeuten.

Doch plötzlich ist alles anders. Die Onlineredaktion der „PC-Games“ nimmt sich des Themas an und siehe da: "Killerspiele können aggressiv machen, müssen aber nicht..." GMX berichtet gar: "Tübinger Uni-Studie entlastet die Killerspiele" Was war geschehen? Es gibt journalistische Instanzen, die tatsächlich noch das persönliche Gespräch suchen, eine weitere Informationsquelle sprudelte im Netz: Pressetext.de interviewte den verantwortlichen Professor Günter L. Huber: "Computerspiele mit Gewaltinhalten führen öfter zu erhöhten Aggressivitätsleveln als beispielsweise das Ansehen von Horror- oder Gewaltfilmen" und schränkte aber gleichzeitig ein "Es handelt sich bei den Ursachen für Aggressivität vielmehr um ein Quintett an Faktoren, in dem der Medienkonsum aber eine Schlüsselrolle einnimmt". Laut seiner Aussage werden die "Einflüsse von medialer Gewalt in sehr harmonischen und liebevollen Familien stark abgefedert"

Also, alles gar nicht so schlimm? Oder alles noch viel schlimmer? Ob Pro oder Kontra, die Fraktionen dürfen sich ihre eigene Wahrheit aussuchen, das Ergebnis der Untersuchung, kombiniert mit den Äußerungen des Studienleiters, lässt viel Raum für differenzierte Meinungen.

Doch eine Frage bleibt: Warum brauchen wir überhaupt solche Studien? Wie kann es sein das 12-14 Jährige, also Kinder, unerfahren und frei von dem bleiernen Realitätsstempel der Volljährigkeit, solche Games spielen? Umgang mit Gewalt muss gelernt werden, langsam, behutsam, sukzessive! Niemand darf den Nachwuchs mit beiden Händen in ein Meer voller Blut stoßen und erwarten, dass er schwimmen lernt. Der Gesetzgeber macht klare Vorgaben. Alle Medien werden streng kontrolliert und altersgerecht eingestuft, aber in letzter Instanz versagen die Eltern. Sei es aus Faulheit, weil Erziehung unbequem und lästig ist, der Fernseher als perfekter Kinderbetreuer gilt, oder sei es aus Resignation. Die Phrase: „Dann spielt er es halt bei seinen Freunden“ wird schildgleich vorgehalten, als wäre damit alles erklärt.

Heranwachsende müssen vor allen Medien geschützt werden, die ihre Entwicklung nachhaltig stören können. Doch der Preis dafür darf nicht in der Zensur liegen. Die Freiheit der „Mündigen“, kann nicht geopfert werden, um die Fehler der „Erziehenden“ auszumerzen. Verbote, inhaltliche Änderungen und noch schärfere Gesetze, zeugen von voreiligem Aktionismus, nicht vom wirklichen Verständnis für die gesellschaftliche Tiefe des Problems.

Kinder sind unsere Zukunft, aber wir prägen sie durch unsere Gegenwart. Solange das nicht in die letzte Zelle unseres Gemeinschaftshirns gedrungen ist, solange werden wir leider solche Studien brauchen, einfach zur kollektiven Reflektion, auch wenn sie nur banale Selbstverständlichkeiten enthalten.

Die Meinungen dürfen verschieden sein, das Ziel aber nie.

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Geschrieben von: vagantx [ Redakteur ] Datum: 27.08.2008 | 18:16 Uhr
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